SPD Unterbezirk Alzey-Worms


Der Landkreis mit Zukunft!

Mit den Namen die Würde zurückgeben

Pressemitteilung

Zum Auftakt seiner diesjährigen Sommertour begleitete der SPD-Fraktionsvorsitzende Hendrik Hering den Besuch in der Gedenkstätte KZ - Osthofen, zu dem der SPD-Verband der VG Monsheim, der Juso-Verband in der VG und MdL Kathrin Anklam-Trapp eingeladen hatten.

„Ich freue mich über die vielen Teilnehmer, denn es zeigt nicht nur Interesse an dem Thema, sondern auch Bereitschaft für den Einsatz gegen Rechts“, betonte die Landtagsabgeordnete.

Vor dem Besuch der Sonderausstellung „Es lebe die Freiheit - Junge Menschen gegen den Nationalsozialismus“ führte Gedenkstättenpädagogin Martina Ruppert-Kelly die große Gruppe durch das ehemalige Konzentrationslager, das Anfang 1933 von den Nazis in der ehemaligen Papierfabrik in Osthofen eingerichtet worden war. Mit der frühen Schaffung des so genannten „Umerziehungslagers“ wollte man die politischen Gegner einschüchtern, sie dazu nötigen, sich mit dem Nazi-Regime zu arrangieren. „Bis zur Schließung Mitte 1934 waren rund 3000 Häftlinge im KZ Osthofen inhaftiert“, berichtete Ruppert-Kelly. „Es war zwar kein Vernichtungslager und es gab keine Todesfälle, aber die Häftlinge hatten schwer unter den Schikanen, den menschenverachtenden Demütigungen und den gewalttätigen Übergriffen der Nazis zu leiden. In der Unterbringungshalle, die heute noch fast im Originalzustand erhalten ist, mussten die Menschen bei klirrender Kälte ausharren; oftmals trugen sie bleibende Nieren- oder Blasenschäden davon.“ Viele ließen sich durch die Behandlung einschüchtern, bei einigen wurde aber auch der Kampfesgeist entfacht.

„Die Ideologie der Nazis war, den Menschen die Würde zu nehmen, sie zu Nummern zu machen“, sagte MdL Hendrik Hering. „In der Ausstellung haben sie Namen und durch die Einzelschicksale werden das Unrecht und die Grausamkeit noch deutlicher.“ Deutlich wird aber auch der Mut der Opfer. Die dargestellten Biografien zeigen die unterschiedlichen Arten des Widerstands, geleistet vor und während des Krieges. „Erinnerungsarbeit ist ein wichtiger Bestandteil der politischen Bildung. Deshalb wird das Land Rheinland-Pfalz die Gedenkstätten auch weiterhin finanziell unterstützen“, so Hering.

Die Gedenkstätte in Osthofen bietet inzwischen nicht nur interessante Veranstaltungen für Erwachsene, sondern auch Projekte für Schüler. „Das Lernen an einem authentischen Ort der NS-Diktatur ist effektiver als Geschichtsunterricht aus Büchern“, ist sich Anklam-Trapp sicher. „Durch die Auseinandersetzung mit der dunklen Vergangenheit, durch die Reflexion in Verbindung mit aktuellen Problemen, werden die Einstellungen Jugendlicher zu Demokratie und Menschenrechten positiv beeinflusst.“

 
 

Homepage Kathrin Anklam-Trapp